Holz - Art
Holz lebt, Holz atmet, Holz inspiriert.
Holz ist Kunst - Kunst der Natur.
Erleben Sie die Einzigartigkeit, die Holz zu bieten hat.
Kreative Beiträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen.
...das Gedicht
ä Boim
Ä Boim isch wiä dr Läbeswäg
Z’erscht bisch ganz wiit unnä
Dui kämpfsch dich dicht am Stamm entlang
Immer richtig Sunnä
Uf einisch chemid ganz vil Äscht, für einä muäsch dui dich entscheidä
Ob’s dr richtig oder falschi isch, das wird sich mit dr Jahrä zeigä
Hesch dui halt dr falschi gnu, de muäsch dui wieder cherä
äs bruicht nur Muät und Entschlossäheit, aber us Fähler chamä lehrä
Hesch dui de dr richtig gfundä, de gniäss nä und sig z’fridä
Äs gid nämlich gnuäg ander Liit, wo uf dr falschä sind hockä blibä
Reto Spichtig 1995
...die Geschichte
Die Geschichte vom kleinen Schreibtisch
von Torsten Maas
„Es war Herbst und ein eisiger Wind blies die letzten Blätter von den Bäumen. Es war ein Tag, an dem man keinen Hund vor die Türe geschickt hätte. Doch es war nun einmal Sperrmüll und der kleine Schreibtisch hatte schon viel zu lange nutzlos im Keller herum gestanden. Und so wurde er am frühen Morgen dieses kühlen Herbsttages unsanft geweckt und vor das Haus an den Strassenrand gestellt. Einfach so. „Was war denn mit all den gemeinsamen Stunden, die sie zusammen verbracht hatten? Was war mit den Geschichten, die sie zusammen erlebt hatten? Und überhaupt: was sollte denn nun aus ihm werden?“, dachte der kleine Schreibtisch, als er dort einsam auf dem Gehweg stand. Es fing an zu regnen.
Die Pfützen um ihn herum wurden grösser und grösser und vermischten sich bald mit seinen Tränen. Nur ab und zu kam jemand vorbei und stellte einen defekten Staubsauger neben ihn, oder warf ein Paar alte Skier hin. Langsam begriff der kleine Schreibtisch, was um ihn herum und mit ihm geschah. Der Regen wurde stärker.
Als er sich schon beinahe mit seinem Schicksal abgefunden hatte, raste ein Auto an ihm vorbei, und durch eine grosse Pfütze. Den kleinen Kühlschrank erwischte eine eisig kalte Ladung Dreckwasser. Er schreckte aus seiner Traurigkeit auf und schrie dem Auto seinen ganzen Frust hinterher. Doch war das? Der Wagen hielt an, legte den Rückwärtsgang ein und fuhr zurück. War er vielleicht ein bisschen arg unflätig gewesen? Wollte ihn der Fahrer zu Kleinholz verarbeiten? Panik befiel den kleinen Schreibtisch. Das Auto hielt genau vor ihm an und die Beifahrertür öffnete sich. Ein kleiner Junge stieg aus. Ängstlich duckte sich der kleine Schreibtisch, als er seinen Arm ausstreckte und ihn berührte. Doch es waren keine Schläge, es war ein liebevolles Streicheln, das er fühlte. „Genau den will ich, Papa!“, hörte er den Jungen sagen. Und ehe er es sich versah, wurde er mit einem Handtuch trocken gewischt und in den Kofferraum des Autos geladen.“
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